Theater
Ein Teil der hier vorgestellten Stücke folgt dem Konzept eines „mehrdimensionalen Theaters“.
Das bedeutet so wenig die vollständige Abkehr vom realistischen Theater wie es die Zuwendung zu einem nur surrealistischen Theater ist, ebenso wenig einem absurden Theater oder einem Traum-Theater – obwohl es von allen diesen Theaterformen Elemente enthält.
„Mehrdimensional“ – das heißt im Wesentlichen: Eine realistische Ebene wird ergänzt durch andere; Erfahrungsebenen und „innere Ereignisabläufe“, die das Wort „real“ in anderer Form beanspruchen und die, den bühnentechnischen Möglichkeiten angepasst, gleichfalls sichtbar gemacht werden.
Immer gibt es in jedem Fall doch eine klar umrissene „Geschichte“, die menschliche Konflikte ins Bild bringt und eine Empathie zu diesen Konflikten und den Handelnden schaffen will. Und ein wichtiges Element eines solchen Theaters ist in jedem Fall auch Humor.
(Weiteres siehe unten)
Tidor, ein sechzehnjähriger Junge aus einem Fischerdorf in den Antillen, entdeckt, dass er mit den Delphinen seiner heimatlichen Bucht kommunizieren kann. Mehr und mehr "hört" er ihre Stimmen verständlich in seinem Kopf, und auf seine Fragen erhält er klare Antworten.
Es ist eine Zeit größter Not: In das friedliche Inselparadies ist ein despotischer Herrscher eingedrungen und seine rohen Tributeintreibenden Krieger schrecken auch vor Mord und Menschenraub nicht zurück. Da entschließt sich Tidor, gemeinsam mit einem neu gefundenen Freund - es ist der gleichaltrige Sohn des fremden Despoten selbst - zu einer äußerst gefahrvollen Rettungsaktion. Aller Kampf und Widerstand allerdings bliebe aussichtslos ohne den geheimnisvollen Beistand seiner neuen Freunde und Verbündeten im Meere: der Delphine.
Ein Spiel mit den Elementen des magischen Realismus. Ein Spiel, das den Zauber einer lebendigen Meereswelt und einer ungewöhnlichen Kommunikation beschwört.
13 Darsteller
ca. 10 Nebenrollen
Musikalische Besetzung (Variationen möglich):
Klavier / Querflöte (oder Klarinette) / Cello / Schlagzeug
ISBN 978-3-9809920-2-2
An einem schwarzem Mühlbach, dem Schwarzen Kolm, steht eine schwarze Mühle, in der ein despotischer grausamer Müller regiert. Die Müllerburschen, die er in seine Mühle lockt, hält er in nicht endender Arbeitsfron gefangen und keiner kann sich dem magischen Umkreis der Mühle wieder entziehen. So erzählt es eine alte sorbische Sage.
Doch diese Mühle kann auch ein Ort des Lernens werden. Verwahrt steht darin die Truhe mit den "Büchern des Wissens". Wer dieses Wissen erlangt, kann auch den magischen Bann der Mühle schließlich durchbrechen.
Krabat ist bereit, den Kampf aufzunehmen, gemeinsam mit seinem Mitstreiter Markus, einen Kampf der gefährlichsten Herausforderung. Begleitet wird er von der "Mutter" und ihrer Tochter Adjuna, die Hüterinnen der geheimnisvollen Flamme sind und deren Beistand gleichfalls unerlässlich ist.
Das Mahlwerk der Schwarzen Mühle - es ist ein Bild von dunkler symbolischer Kraft. Ebenso klar ist die Botschaft der Erlösung: Sie ist nur möglich in den Bündnissen der Freundschaft und auf dem Weg eines beharrlichen Kampfes, der den Helden dem Gegner und seiner despotischen Macht ebenbürtig werden lässt.
8 Hauptdarsteller
ca. 20 Nebenrollen
Musikalische Besetzung (Variationen möglich):
Klavier / Klarinette / Cello / Schlagzeug
ISBN 978-3-9809920-3-9
Drei Gestalten durchwandern die Straßen von Paris: Le Soleil, ein junger verstorbener Klarinettenspieler, der nachts für die schlafenden Menschen spielt und seine gleichfalls verstorbene junge Schwester Serafine, die die bemerkenswerte Fähigkeit erlangt hat, sich hin und wieder sichtbar zu machen. Der dritte ist Bernard, der seinem in Luxus geführten Leben durch übermäßigen Opiumgenuss ein frühzeitiges Ende bereitet hat.
Er hat zwei Kinder zurückgelassen, die inzwischen siebzehnjährigen Zwillingsgeschwister Richard und Michelle, die nicht wissen, dass sie Erbe eines riesigen Vermögens sind. Sie wachsen bei ihrem Onkel auf, der dies Erbe vertragsgemäß verwaltet - bis eine Frau in sein Leben tritt, die all seine moralischen Vorsätze ins Wanken bringt. Die Geschwister geraten, ohne es zu ahnen, mehr und mehr in eine lebensbedrohliche Situation.
Serafine, die die Rolle eines Schutzengels übernommen hat, sieht sich bald vor große Herausforderungen gestellt. Diese werden dadurch nicht leichter, dass sich Richard durch sie verzaubert fühlt und sich zwischen beiden zunehmend Liebe einstellt - wodurch sie doch ihre ganz eigene kostbare Gabe aufs Spiel zu setzen beginnt.
Einen wichtigen Platz nimmt auch eine Truppe von jugendlichen Straßenschauspielern ein, die ihre frechen gegen die Obrigkeit und den engen Zeitgeist gerichteten Revuenummern vortragen. (Zeit der Handlung: Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert)
13 Hauptdarsteller
ca. zehn Nebenrollen
Musikalische Besetzung (Variationen möglich):
Klavier / Klarinette / Schlagzeug / Akkordeon (ersatzweise Mundharmonika)
ISBN 978-3-9809920-4-6
Die Handlung spielt im alten Aserbaidschan und im Kaukasus, in einer Zeit, in der in diesen Gegenden noch Schamanen das Amt der Priester und Ärzte ausübten; einer Zeit, in der der Glaube an magische Rituale, an Berggeister und Bergdämonen noch bei vielen Menschen lebendig war.
Dieser archaischen Welt der Schamanen und Berggeister steht eine andere "Zauberwelt" gegenüber: der Wanderzirkus eines reisenden persischen Magiers, der sein Publikum mit Illusionsschauspielen betört und dabei eine dunkle magische Macht ausübt.
Der siebzehnjährige Jadwan und sein kleinerer Bruder Murid haben an diesen Magier ihre junge Mutter verloren, Jadwan ist bei einem Versuch der Befreiung grausam entstellt und der Vater gelähmt worden. So brechen die beiden Brüder jetzt auf zur alten Mukala, einer hundertjährigen Schamanin, um Hilfe zu finden. Doch es gibt nur einen Weg: Jadwan muss selbst das Schamanenhandwerk erlernen. Wie er sein eigener Meister werden muss, so muss er Feuer, Regen und Wind regieren und sich die "Geister der Berge" zu Verbündeten und Freunden machen. - Schließlich kann er die Konfrontation mit dem Magier aufs Neue wagen.
Ein Spiel, das die Begegnung mit den Geheimnissen und Urgewalten der Natur sucht, vor allem doch mit ihrer lebendigen Seele.
20 Darsteller
ISBN 978-3-9809920-5-3
Ein Fest der Bettler:
Herr W. muss, von einer Reise zurückgekehrt, feststellen, dass seine Villa bereits bewohnt ist: von einem Mann seines Namens, seines Alters, seiner Statur.
Herr W., der Bewohner, ist mit der Tatsache konfrontiert, dass ein Mann vor seiner Villa behauptet, der langjährige Besitzer zu sein - ein Mann von völlig identischem Aussehen und mit demselben Namen.
Unmöglich können beide im Recht sein - der Zurückgekehrte und der Daheimgebliebene. Oder doch? Bald zeigt sich: völlig identisch sind sie letztlich nicht - nicht in ihren Köpfen, was die Sache nicht einfacher macht.
Doch die zwei Bettler haben das Schauspiel der immer neuen Konfrontationen auf wunderbare Weise im Griff.
Das Denkmal Seiner Majestät:
Ein Festtag im königlichen Palast: Das Denkmal Seiner Majestät soll enthüllt werden. Der absolutistisch herrschende Regent, der keinen anderen Lebensinhalt kennt als die beständige Vermehrung seines herrschaftlichen Glanzes, ahnt nicht, dass er an diesem Tag Stück für Stück alles verlieren wird: seine eroberten Provinzen, die königliche Flotte, sein Territorium, seinen Palast, Zepter und Krone und damit schließlich alle königlichen Macht.
Was wird bleiben von ihm - in einem Moment, in dem er nichts mehr als "Mensch" ist?
Eine Komödie, die keine bleiben kann - aber am Ende doch wieder Hoffnung zulässt.
Ein Fest d.B.: 7 Darsteller
Das Denkmal S. M.: 12 Darsteller
ISBN 978-3-9809920-7-7
In einem Jugendfreizeitheim taucht ein junger Mann auf, ein ungewöhnliches Theaterstück im Gepäck: ein Spiel um Orpheus. Er ist von einer einjährigen Reise zurückgekehrt, die ihn durch das ganze südliche und östliche Asien führte. Sein existenzielles Empfinden ist, völlig entwurzelt zu sein, ganz und gar "heimatlos". Bei einem Bergausflug hat er seine sehr junge Freundin verloren und so wie Orpheus ein Schicksal der unwiderruflichen Trennung erlitten. Unwiderruflich? Darauf versucht er in seinem Theaterstück eine eigene Antwort zu finden. Orpheus, auf seiner verzweifelten Suche nach Eurydike, überquert den Styx und durchreist die geheimnisvollen, oft dunklen und einer Vorhölle gleichen Stationen des "Schattenreichs", bis ihm ein ganz eigenes Erlebnis zuteil wird.
Die Geschichte um den jungen Mann, Florian, beruht auf einem authentischen Fall.
In einem kleinen Schuppen, in dem er nach der Rückkehr von seiner Reise Quartier findet, kommt er nach drei Monaten zu Tode, scheinbar durch einen Unfall; es ist ein Tod, um den zunächst Rätsel bleiben.
Die Rahmenhandlung zeigt das Freizeitheim in einem seit längerem schwelenden Konflikt: Es ist von der Schließung bedroht und zunehmend formiert sich ein gewaltsamer Widerstand.
12 Darsteller
Preis des Mainzer Theaters
ISBN 978-3-9809920-6-0
Eine Frau kehrt nach drei Jahren Abwesenheit, unter anderem Namen, mit verändertem Aussehen, an ihren früheren Wohnort zurück. Man hält sie für tot: vor drei Jahren in ihrem Auto verunglückt und auf der nächtlichen Landstraße verbrannt.
Doch die damals tot gefundene Frau war eine andere.
Barbara, inzwischen in einem neuen Lebensumkreis heimisch geworden, erforscht die Spuren einer "Toten" - die ihrer eigenen Vergangenheit.
Es werden ihr dabei, aus dem Spiegel der anderen, all die unterschiedlichen Persönlichkeiten begegnen, die sie gelebt hat - die alltäglichen, die heldenhaften, die abgründigen rätselhaften.
Eine große Liebe hat sie einmal mit diesem Ort verbunden. Doch zugleich gibt es eine Vergangenheit, auf der ein dunkler Schatten lastet.
Wird sie das Geheimnis ihrer Identität preisgeben und sich entscheiden zurückzukehren?
11 Schauspieler
ISBN 978-3-9809920-9-1
Ein junger Mann, ein Angestellter im städtischen Rathaus, muss mit einer sonderbaren Erfahrung zurechtkommen: Immer häufiger fühlt er sich plötzlich in eine fremde mittelalterliche Zeit versetzt. Doch mehr: Personen dieser Zeit meinen ihn wiederzuerkennen, allerdings in zwei sehr unterschiedlichen Rollen, und zunehmend wird er in die Parteilichkeiten und Konflikte dieser fernen Vergangenheit hineingezogen. – Da bahnt sich ein Konflikt auch im städtischen Rathaus an, der ihm eine äußerste Mutprobe abverlangt.
Zum Helfer und schließlich guten Freund wird für Max ein fahrender Troubadour, dem der Wechsel durch die unterschiedlichen Zeiten keine Mühe zu machen scheint. Max begreift allmählich, dass dieser geheimnisvolle Mann der Initiator hinter all den ihn verwirrenden Ereignissen ist. Das Interesse des Troubadours gilt Sophie, der jungen Arbeitskollegin von Max, in die sich dieser doch selbst Hals über Kopf verliebt hat. Doch er ahnt nicht, welches Wunder und Geheimnis sich hinter Sophie verbirgt.
ca. 20 Darsteller
ISBN 978-3-9812724-9-9
Bei der vierzigjährigen Doris Gärtner quartiert sich ein neuer Untermieter ein: Jaromir Pilz. Er ist Schauspieler im Varietéfach und ein Mann voller Geheimnisse. Den Grund seiner Quartiersuche verrät er besser nicht. Doch bei allen Skurrilitäten: dem Leben gegenüber hat er einen unverwüstlichen Humor bewahrt. Und es gehört zu seiner Philosophie, dass „Wunder“ ein beständiger Teil der Wirklichkeit sind.
Doris Gärtner, Angestellte bei der Polizeibehörde, führt ein Leben in geordneten Bahnen, ein Leben freilich, aus dem alles Geheimnisvolle und jedes Abenteuer verschwunden sind. Ein von einer Freundin zurückgelassenes Handy mit rätselhaften Anrufen und schließlich ihr neuer Mieter Jaromir werden dieses geordnete Leben mehr und mehr durcheinander bringen. „Mit Netz und doppeltem Boden“ -: diese Parole wird brüchig gegenüber dem Rätselvollen, schließlich auch Wunderbaren, das in ihr Leben einzubrechen beginnt. Während Jaromir zunehmend auf einem gefährlichen Seil tanzt und noch mehr als sie ein Wunder braucht, um nicht abzustürzen.
Zwei Personen
ISBN 978-3-9812724-6-8
Was verbirgt sich hinter der Schwelle einer Tür, die fest verschlossen ist?
In einem alten geheimnisvollen Haus lebt seit Jahren eine Schauspielergruppe, die sich mit Straßentheater durchschlägt. Christopher, der Leiter der Gruppe, hat eben die Proben zu fünf neuen Stücken abgeschlossen, die er in gekürzter Fassung seinem angereisten jungen Bruder vorspielen lässt. Keiner in der Gruppe weiß, dass Christopher unheilbar erkrankt ist und keiner ahnt, dass er beschlossen hat, mit diesem Aufführungstag seinem Leben freiwillig ein Ende zu setzen. Jedes der fünf gespielten Stücke, alle mit tragischen und komischen Elementen, nimmt einen Aspekt der Todesnähe und des Sterbens vorweg.
Die Tür zeigt ein geheimnisvolles „Eigenleben“ und dann und wann öffnet sie sich von selbst. Doch wer wagt es, über die Schwelle zu treten? Es scheint wie der Weg in eine ganz andere Dimension. Und wer es tut – was wird er berichten?
11 Darsteller
ISBN 978-3-9812724-7-5
Eine Gruppe von fünf Schulkindern tritt zu Ferienbeginn eine Reise an, die sie durch alle Nachbarländer Deutschlands führen wird. Den alterswackligen Kombi steuert der Lehrervater zweier Geschwister, die diese Reise beide in einem genau gleichen Traum vorausgeträumt haben – mit noch einem Zusatz: dass sie zwei Sternschnuppen in den Garten fallen sahen, die sie sodann als kleine Meteore mit in ihr Reisegepäck nahmen. Und mit diesen Sternschnuppen verbunden ist ein Versprechen.
Die Reise wird während des nächtlichen Campens zugleich eine Zeitreise: in Tschechien in die Zeit der Hussitenkriege; in Polen in das Jahrhundert der großen Mongolenschlacht; in Dänemark treffen die Kinder auf den Märchendichter Hans Christian Andersen; in Holland auf den Maler Rembrandt; in Frankreich auf die verurteilte Marie Antoinette; in der Schweiz auf Wilhelm Tell und den Sohn des berühmten Apfelschusses; in Österreich auf Maria Theresia und die anreisende Familie Mozart.
Während dieser Reise gilt die fortwährende Suche außerdem einem angekündigten Zeichen, das in geheimnisvollem Zusammenhang mit den beiden im Gepäck verstauten Sternschnuppen steht. Es ist das Versprechen zweier Wünsche: eines für einen selbst, eines zweiten Wunsches für einen anderen. Sind die Zeichen real und gibt es die Einlösung?
ISBN 978-3-9812724-8-2
Georg, neununddreißig und Mitarbeiter in der Redaktion eines kleinstädtischen Tagesblatts, sucht für sein Leben eine neue Standortbestimmung. Er will in die Politik und zuvor seine Familienverhältnisse klären, was in seinem Fall heißt: sich von seiner Geliebten trennen.
Da treffen nacheinander vier Georgs bei ihm ein: Hans-Georg, einundzwanzig und Student; Rolf-Georg, dreißig und Reporter; Karl-Georg, neununddreißig, verurteilter Einbrecher und im Moment überfälliger Freigänger; Paul-Georg, achtundvierzig und Politiker.
Georg begreift nach und nach, dass es mit diesen vier Georgs etwas auf sich hat. Alle lassen ihn in einen Spiegel blicken, unausweichlich und in scharfen Konturen. Eine ungeahnte Herausforderung und Zumutung, mit der er fertig zu werden hat.
10 Personen / 6 m., 4 w.
ISBN 978-3-9813546-4-5
Wer wirklich ist dieser junge Mann, der plötzlich im Burgenland bei einer Sinti-Familie auftaucht und den alle für den seit Jahren verschollenen Wittich halten, den Halbbruder Medards?
Medard, ein junger Musiker, der eine unvollendete Oper zurückließ, hat seinen entschiedenen Widerstand gegen die Rekrutierung mit dem Leben bezahlt. Swetlana, seine frühere Geliebte, kann an dieser Wahrheit so wenig zweifeln, wie sie doch zunehmend spürt, dass an Wittich etwas unerklärlich bleibt; und dieses Unerklärliche beginnt mehr und mehr die Züge eines realen Wunders anzunehmen.
Das Stück spielt im Burgenland zwischen den beiden Weltkriegen und zeigt eine Sinti-Familie, die sich in einer feindlich gesinnten Umwelt behaupten muss, in der Fremdenhass und Ausgrenzung zum Alltag gehören.
Ein Stück um das Wunder einer Liebe und eine in allen Widrigkeiten doch ungebrochene Lebensfreude.
ISBN 978-3-9813546-7-6
Eine graue, öde, Nebel-verhangene Gebirgslandschaft. Die Menschen, die hier auftauchen, sind an einem Lebenskonflikt gescheitert und haben dieses Leben schließlich selbst beendet.
Marvin trifft mit einer jungen Frau zusammen, die wie er schwer an dem Schatten einer schmerzlichen Vergangenheit trägt, der doch – wie sie erkennen müssen – mit dem Tod nicht ausgelöscht ist. Dreimal öffnet sich schließlich die „Zeitkammer“, in der jedes vergangene Ereignis noch einmal durchlebt werden kann; dahinter befindet sich die „Kammer der Furcht“, bewacht von der schwarzen Spinne, dann einer schwarzen Motte, zuletzt einer Fledermaus – alle überdimensional und Angst einflößend.
Marvin begreift schließlich, dass er eine Tat der Furcht- und Selbstüberwindung vollbringen muss, wenn er die alten Schatten auflösen will; eine Tat, die auch die Vergebung einschließt und der er sich zunächst nicht gewachsen fühlt. Gleichzeitig wird ihm bewusst, dass er hier nicht ganz ohne Beistand ist. Und immer wieder singt während all dieser Geschehnisse der Strom, hinter dem sich ein eigenes Geheimnis verbirgt.
ISBN 978-3-9813546-9-0
Verschiedene Gruppen von Reisenden treffen bei einem Fährhaus auf einem abgelegenen Meeresstrand ein - der Niemandsbucht. Sie sind damit einer geheimnisvollen Botschaft gefolgt: Es werde eine Fähre auf eine Insel fahren, zu der eine geschichtliche Spur führt aus einer lange zurückliegenden Zeit. Das Damalige ist mit Dokumenten belegt. Die Dokumente behaupten nicht weniger, als dass darin die Aussagen frühgeschichtlicher ferner „Sternenmenschen“ gesammelt sind, und sie versprechen eine Antwort auf die zentralen Fragen der menschlichen Existenz.
Alle Reisenden kommen mit unterschiedlichen Anliegen, manche aus der Not eines sinnlos erscheinenden Lebens, manche aus tiefer Verzweiflung, einige nur aus Neugier.
Das Meer vor der Niemandsbucht zieht sie bald mit ungewöhnlichen Phänomenen in Bann - verzaubernd wie Furcht einflößend. Die Zeit bis zum Eintreffen der Fähre überbrücken sich die Wartenden mit einer Sammlung von Geschichten der früher hier Angereisten.
Alles kreist letztlich wieder um die drängenden Fragen, vor denen es kein Ausweichen gibt. Und über die Frage hinaus, ob Gott existiert, ist es die weitere: Was ist sein Gesicht? Was ist seine wirkliche Wesensart?
ISBN 978-3-9813546-8-3
Roman M, Anfang vierzig, Geschäftsmann, erwacht nach einem schweren Autounfall in einem ihm unbekannten „Quarantänegebiet“. Er begegnet dort den seltsamsten Personen und Käuzen. Keiner kann ihm zuverlässige Auskünfte geben.
Für die kommenden Tage hatte er eine Reise zu Celina geplant, einer früheren Geliebten, die offenbar noch am Leben ist. Vor vielen Jahren kam es zur Trennung, als er beschloss, zunächst viel Geld zu verdienen – dies in guter Absicht und um ein von Celina ins Leben gerufenes Entwicklungshilfeprojekt zu unterstützen.
Nun muss er erschreckt erkennen, dass sein Körper im Koma liegt. Die Rückkehr ist ihm nur möglich, wenn er bestimmte Voraussetzungen dafür erfüllt. Doch er muss auf ein Leben zurückblicken, das ihm seit Jahren traurig entglitten ist. Und die Ereignisse um ihn herum nehmen nach und nach albtraumartige Züge an – die eines Purgatoriums, das ihn gefangen hält.
Einziger Lichtblick sind seine Gespräche mit Arischo, einem Jungen mit geheimnisvoller Herkunft, der über ein sonderbares Wissen verfügt, das Roman zunehmend in Erstaunen versetzt.
Wird er in den Körper und sein Leben zurückkehren können?
ISBN 978-3-9813546-5-2
Wer ist dieses vierzehnjährige Mädchen, das vor einem alten Eckhaus mit einer Büchse Geld sammelt und das, offenbar in einem kindlichen magischen Denken befangen, überzeugt ist, die Dinge mit seinen Gedanken beeinflussen zu können und damit auch für einen Unfall verantwortlich zu sein? – Die Bewohner des Hauses, zwei Schwestern und der geschiedene Mann der einen, sehen sich mit einem jungen Wesen konfrontiert, das so labil und verletzlich – wie offenbar auch verletzt – ist, wie es sich bedrohlich in ein aggressives Kraftbündel verwandeln kann. Evelyn, das Mädchen, ist aus dem Heim ausgerissen und längst wird sie, von der es heißt, das sie Brände legt und Tiere vergiftet, gesucht. Da offenbart sich mehr und mehr eine Hintergrundsgeschichte, die die Bewohner des Hauses aufhorchen und erschrecken lässt. Evelyn ist nicht zufällig vor diesem Haus aufgetaucht. Und ein Besucher kündigt sich an, dem die Bewohner in der Tat mit Furcht und Respekt begegnen sollten.
10 Personen
ISBN 978-3-9814422-0-5
Robert und Berthold haben ein altes baufälliges Doppelhaus bezogen. Unerwartet taucht Sibylle, Roberts siebzehnjährige Schwester, auf. Der Vater hat einen tödlichen Unfall erlitten, und sie sucht die Nähe zu dem neun Jahre älteren geliebten Bruder. Der reagiert schroff und will sie nicht im Haus dulden. Den Grund erkennt Sibylle erst gegen Ende, als sie auf dem Dachboden eine erschreckende Entdeckung macht.
Robert hat zur Verwirklichung seiner idealistischen Pläne einen gefährlichen Weg eingeschlagen. Die Lage spitzt sich dramatisch zu und zwingt ihn, tagelang außer Haus zu sein. Währenddessen folgt Sibylle ihrem guten Herzen und ihrem Naturell einer jungen Samariterin und gibt Obdachlosen in dem Doppelhaus Unterkunft. Es kommt zu einer explosiven Entwicklung.
Der Kentaur: Er ist das Mischwesen von Mensch und Pferd. Die Tiernatur – sie kann Weisheit symbolisieren wie auch dunkle Aggressivität, bis zur Gewalttätigkeit.
8 Personen / 5m, 3w
ISBN 978-3-9813546-6-9
Kai, ein siebzehnjähriger Junge, kehrt eines Tags nicht mehr nach Haus zurück. Der Vater forscht ihm mit wachsender Unruhe nach.
Wenn er in eigener Entscheidung dem Elternhaus den Rücken gekehrt hat, was waren seine Gründe? Wie den Vater die äußere Suche in Atem hält und er nach und nach auf erschreckende Spuren stößt, so beschäftigt ihn zunehmend Kais „innerer Biografie“, die er neu zu erforschen beginnt. Er spürt, dass der Sohn ihm in den letzten Jahren mehr und mehr entglitten ist. Was hat Kai zu jenem labilen, psychisch gefährdeten jungen Mann werden lassen, der er nun ist?
Nach dem frühen Tod der Mutter war die Beziehung lange besonders eng und nichts verband beide so sehr wie das Drachenfliegen, ein gemeinsames Glück über Jahre. Den „fliegenden Ikaros“ des griechischen Altertums zog es einst in zu große Nähe der Sonne und er stürzte ab. - Wird Kai ein gleiches Schicksal widerfahren?
10 Personen
ISBN 978-3-9814422-05
Vier Personen einer Touristengruppe – zwei Männer, zwei Frauen Mitte dreißig – haben sich bei einer Bergwanderung verirrt und verbringen die Nacht auf einer Almwiese. Da wird der eine von ihnen geweckt: Eine unbekannte Gestalt berichtet von einem „schrecklichen Unglück“. Der fremde Mann erzählt die Geschichte von sechs Geschwistern, die gemeinsam beschlossen haben, „ein Schauspiel zu spielen“. Es sollte ein Schauspiel „voll Glanz, voll Dramatik und Schönheit“ werden. Doch das Schauspiel ist ihnen entglitten. Mehr und mehr unterlagen sie dabei der Faszination des Bösen: Es sind blutige Spiele der Macht, Spiele von Hass und Gewalt geworden und sie sind hoffnungslos darin verfangen. Was ihre Lage so aussichtslos macht ist das Vergessen: Sie wissen nicht mehr, dass es anfangs ein Schauspiel war, das sie gemeinsam vereinbart hatten.
Die Geschehnisse entfalten sich in dieser sommerlichen Bergnacht bald real, und sie entwickeln zunehmend ihren eigenen Sog. Die vier in den Bergen Verirrten erkennen sich darin mit ihren existenziellen Fragen selbst. Doch das Schauspiel öffnet sich in immer neue Abgründe und Dimensionen, weit darüber hinaus.
17 Personen
ISBN 978-3-9814422-2-9
Torsten Tormann macht eine außergewöhnliche Entdeckung: Hinter der Bücherwand seines Wohnzimmers gibt es eine Wohnung, die es dort eigentlich unmöglich geben kann. Es ist nicht die der ihm bekannten dort lebenden Nachbarn. Und noch mehr verwirrt ihn, dass er in der Familie, auf die er dort trifft, einen selbstverständlichen festen Platz hat und sich keiner über sein Auftauchen wundert. Wie er zur Kenntnis nehmen muss, führt er dort als Familienvater eine zweite Existenz. Wie ist das möglich? – Rat und Aufklärung findet er schließlich durch eine kleine liebenswerte blitzgescheite Begleiterin, ein zwölfjähriges Mädchen: Er ist in eine "andere Dimension", in eine Parallelwirklichkeit hineingeraten.
In der einen Realität ist er ein Musiker, der, bislang leider erfolglos, Musicals schreibt; in der anderen Realität ist er ein Techniker, der sein Leben als kreativer Erfinder, wie er es einmal begonnen hatte, vergessen hat. Mehr und mehr zieht es ihn in die neue Existenz hinein – was bald auch seine bisherige grundlegend ändert. Er ist umgeben von freundlichen Menschen, und doch sieht er sich allmählich zunehmend in ein Chaos verstrickt, das ihm über den Kopf zu wachsen beginnt.
Um Ruhe zu finden, hat er zuletzt Zuflucht in einem Anstaltszimmer gesucht. Von dort aus erzählt er seine bemerkenswerte Geschichte.
ISBN 978-3-9814422-8-1
Der Autor selbst befasste sich über eine gewisse Zeit intensiv mit den Wirkungen des Absurden Theaters. Doch blieb ein Empfinden von Ungenüge. Das Absurde im Kontrast zu einem manchmal simplen Volkstheater hat gewiss seine Funktion. Doch wenn es im Intellektuellenspaß stecken bleibt, wird es schließlich flach und, in seiner sprachlichen Akrobatik, oft elitär.
Freilich, die spannende Frage bleibt: Gibt es etwas jenseits des Absurden? Und was ist es, das über das Alltäglich-Reale hinausgeht und es sinnvoll ergänzt?
Jede Theaterform hat ihr Recht. Das heutige Theater ist oft stark auf Sozialanalyse und Sozialkritik ausgerichtet. Natürlich ist dies legitim, auch in einer Beschränkung auf nur realistische Darstellungsformen. Es verbindet sich in der Regel das Anliegen einer aktuellen Aufklärungsarbeit damit.
Wenn dabei drastische Gewaltdarstellungen im Mittelpunkt stehen, muss allerdings gefragt werden, wie weit ein Klima der Verrohung so eher gefördert als dass ihm entgegengearbeitet wird. Die Darstellung von Gewalt kann starke Wirkungen hervorrufen. Doch sie sollte nicht zum Selbstzweck werden.
Der umgekehrt einsetzende Vorwurf ist der, für „Heile-Welt-Darstellungen“ zu plädieren. Auch dies könnte natürlich nicht der Weg eines zeitgemäßen Theaters sein. Die Frage ist: Wie nähert man sich der Wirklichkeit in all ihren unterschiedlichen Facetten?
Zweifellos leben wir in einer Wirklichkeit, die viele inhumane Züge zeigt wie häufig auch ein großes Gewaltpotential. Zugleich aber ist dies eine Wirklichkeit oft bewundernswerter (und wunderbarer) Menschen. Auch an diese und ihre großen und kleinen „Heldenrollen“ darf und soll ein Theater immer wieder erinnern.
Gerade dass wir Wirklichkeit oft so unterschiedlich sehen, zeigt, wie viel-schichtig diese Wirklichkeit offenbar selbst ist. Es macht demnach Sinn, unterschiedliche, sich ergänzender Wege der Annäherung suchen.
Ein „mehrdimensionales Theater“ mag einmal das werden, was man ein „spirituelles Theater“ nennen kann. Doch der Begriff „spirituell“ ist bisher im Gebrauch zu diffus und ruft unterschiedliche oft sehr abweichende Assoziationen hervor.
Konventionelle religiöse Bindungen stehen einer tatsächlichen Spiritualität oft eher entgegen. „Spirituell“ sollte nur im Sinn einer Bewusstseinsöffnung verstanden werden: gegenüber Erfahrungen, die über materielle Begrenzungen (und die einer materialistischen Ideologie) hinausgehen. Es handelt sich um nichts „Mystisches“, nichts Diffuses. Doch es ist die Infragestellung eines lange bestimmenden materialistischen Weltbilds. Und dies ist erlaubt.